- Entzündlich rheumatische Systemerkrankungen Entzündlich-rheumatische Systemerkrankungen sind schwere Allgemeinkrankheiten, die in der Regel chronisch-fortschreitend verlaufen und nur selten vollständig ausheilen. Betroffen ist nicht nur das Skelettsystem, sondern auch innere Organe können in Mitleidenschaft gezogen werden. Es handelt sich um eine Gruppe von Krankheiten, der mehr als 100 einzelne Krankheitsbilder zugerechnet werden. Gemeinsam ist ihnen, daß die chronische Entzündung durch Störungen des Immunsystems hervorgerufen wird. Die wichtigsten entzündlich-rheumatischen Krankheitsbilder sind die rheumatoide Arthritis, die mit Entzündung und fortschreitender Zerstörung vor allem der peripheren Gelenke einhergeht, die Spondylarthropathien, die bevorzugt das Achsenskelett befallen, und die Immunvaskulitiden, schwere Multiorgankrankheiten mit Befall der Gefäße und des Bindegewebes.
Diese Krankheitsbilder gehören aufgrund der Schwere des Verlaufes und der stark eingeschränkten Heilungsmöglichkeiten zu den bedeutenden Ursachen von erworbener körperlicher Behinderung und chronischer Schmerzbelastung. Die Häufigkeit der rheumatoiden Arthritis wird auf 0,8 % bis 1 % der erwachsenen Bevölkerung geschätzt, diejenige der Spondylarthropathien auf bis zu 1 %. Die Häufigkeit der Immunvaskulitiden beträgt etwa 0,2 % der Bevölkerung. Insgesamt muß man also davon ausgehen, daß mindestens 2 % der erwachsenen Bevölkerung an chronischen entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen leiden. Kinder sind mit einer Häufigkeit von etwa 2 pro 10.000 von entzündlich-rheumatischen Krankheiten betroffen. - Rheumatoide Arthritis (auch: chronische Polyarthritis): befällt vor allem die Gelenke, kann aber auch Sehnenscheiden, Blutgefäße oder innere Organe in Mitleidenschaft ziehen. Betroffen sind ca. 1 % der Bevölkerung, Frauen 2-3mal häufiger als Männer. Typisches Manifestationsalter: 5.-7. Lebensjahrzehnt. Von den über 60jährigen Frauen erkranken pro Jahr 70 auf 100.000. Man rechnet mit einer Verkürzung der Lebenserwartung um 15-20 % nach Diagnosestellung, bei einem Erkrankungsalter von 50 Jahren also um rund 5 Jahre. mehr Patienteninformationen zu Rheumatoide Arthritis - Spondylarthropathien (z. b. ankylosierende Spondylitis oder Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthropathie, infektreaktive Arthritis) betreffen vor allem Wirbelsäule und periphere Gelenke, können aber auch Bindegewebe, Haut- und Schleimhäute, Darm und Harntrakt befallen. Oft besteht eine Assoziation mit dem HLA-B27, einem Oberflächenmerkmal weißer Blutzellen. Häufigkeit: ca. 1 % der Bevölkerung. Bei der Haupterkrankung dieser Gruppe, der ankylosierenden Spondylitis, ist mit 6 neuen Fällen auf 100.000 Einwohner pro Jahr zu rechnen. Manifestationsalter: 20-40 Jahre, manchmal auch Kindesalter. Die Lebenserwartung ist nicht grundsätzlich reduziert, die Lebensqualität dagegen sehr, Komplikationen können auch hier zum Tode führen. mehr Patienteninformationen zu Spondylarthropathien... - Immunvaskulitiden (z. B. Lupus erythematodes, Wegenersche Granulomatose) befallen Blutgefäße, Bindegewebe und innere Organe, oft lebensbedrohlich. Betroffen sind etwa 50 Menschen auf 100.000, die Neuerkrankungsrate liegt bei 5-10 je 100.000 Einwohner. Die Lebenserwartung ist zum Teil erheblich verkürzt, hat sich aber durch verbesserte Behandlungmöglichkeiten in den letzten Jahrzehnten deutlich erhöht. Heute liegen die 10-Jahres-Überlebensraten nach Diagnosestellung bei über 90 %. mehr Patienteninformationen zu Immunvaskulitiden...
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